8. Oktober 2011 von admin
Begonnen hatte es mit dem Vorschlag der britischen Aufforstungsfirma New Forests Company in Uganda, das Klimasschutzprogramm (Clean Air Programm) der UNO umzusetzen. Die Öffentlichkeit erfuhr, die in dem Gebiet wohnenden Menschen verließen das Land „friedlich“ und „freiwillig“. Die Menschen vor Ort erlebten es anders: “Ich hörte wie Menschen geschlagen wurden und kam heraus“ zitierte die New York Times am 22.9. einen Emmanuel Cyicyima: “Die Häuser wurden niedergebrannt.” Dabei sei ein achtjähriges Mädchen in den Flammen eines Hauses umgekommen.
Den Siedlern war mitgeteilt worden, ihr Land bis zum 28. II. 2010 zu räumen. Da sie sich weigerten, wurde immer wieder ein Haus angezündet. Dann kam der 28.2. und mit ihm das Militär, das alle Hütten niederbrannte. Nach Oxfam sollen über 20.000 Einwohner mit Gewalt vertrieben worden sein, um der britischen Firma zu ermöglichen, Teeplantagen anzupflanzen. Die Firma sagte, sie nähme die Vorwürfe der Siedler “extremely seriously” und würde “immediate and thorough” Nachforschungen anstellen. Die Regierung erklärte, die Siedler seien für einen guten Zweck ausgewiesen worden, sie hätten das Land außerdem illegal bewohnt, was die Siedler bestreiten. Verantwortlich war also niemand. Die Siedler haben alles verloren, einige fanden bei der Firma Arbeit und pflanzen nun für einen Hungerlohn Büsche. So etwas geschehe überall in Schwarzafrika mit der ärmsten Bevölkerung, sagt Oxfam. Das Kyoto-Protokoll und der damit verbundene Handel mit CO2-Emissionszertifikaten macht es möglich, Belastungen aus dem Klimaschutz in Entwicklungsländer auszulagern. Der guten Zweck? Die Firma verspricht sich mit ihrer Plantage jährliche Einnahmen von 1,8 Mio. $. Weiterlesen »
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1. Oktober 2011 von admin
Er sagte, was er denkt, was viele Angestellten der Großbanken denken. Der Börsenhändler Alessio Rastani sorgte mit seinem Interview in der BBC am 26.9. für Aufregung, weil er etwas Ungeschminktes über die Börsenmaklerei preisgab. “Ich bin ein Händler. Mich interessiert nicht, wie die Wirtschaftskrise überwunden wird.” Wenn irgendwo Geldgewinne lockten, nutze er sie. „Das ist unser Job“. Angst vor einer Rezession? Im Gegenteil, er wünsche sich das, weil man daran viel Geld verdienen kann. Rastani erinnert an die große Depression in den 1930er Jahren. Die sei nicht vom Himmel gefallen, sondern von einigen Investoren gezielt vorbereitet worden, und sie haben „viel Geld damit verdient“. Von den Bemühungen der Regierungen halte er nichts. “Nicht die Regierungen beherrschen die Welt. Goldman Sachs regiert die Welt.” Und Goldman Sachs würde sich ebenso wenig um die Rettungsbemühungen Europas kümmern wie andere Fonds. Die Hochfinanz wollte das als Satire abtun und Rastani zum Komiker etwa der Gruppe „The Yes Men“ erklären lassen. Doch das konnte die BBC nicht auf sich sitzen lassen. Es gäbe keinen Hinweis „auf einen Scherz“ und die Yes Men leugneten jede Verbindung zu Rastani. Man wird wohl kaum erfahren, wie lange Rastani noch im Geschäft bleiben wird. Denn nach alter Ganoven Art gilt: „Wer singt, fällt“.
Einen Tag später sang ein anderer, Prof. Dr. André Schmidt, Volkswirt an der privaten Universität Witten/Herdecke, in einer Presseerklärung seiner Uni. Er wird darüber nicht fallen, weil er mit dem gleichzeitigen Lob für den Emissionshandel bereits im Voraus Abbitte geleistet hat. Weder Dollartum noch die moderne, grüne Mutter-Natur Religion benötigt weiterhin Scheiterhaufen. Die Medien-Hörigkeit der Masse, wenigstens so lange sie besteht, macht diese überflüssig. Wenn aber die Medien selbst…? Keine Angst, die liefern nach Auftrag. Nur ab und zu darf ein Stückchen wichtiger Wahrheit durchscheinen – des Alibis wegen. Denn merke: Nicht die ganze Falschheit, erst die halbe Wahrheit ist die ganze Lüge. Weiterlesen »
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24. September 2011 von admin
Alle reden vom crash in den vielfältigsten Tönen und möglichst durcheinander. Vor allem die Europäer – meinen die Amerikaner, beziehungsweise ihre Banken – tun nicht genug, um das Schuldenproblem der Mitgliedsländer insbesondere Griechenlands zu lösen und dazu ihr Steueraufkommen zu verpfänden. Man sollte sich wohl Frankreich zum Beispiel nehmen. Es konnte die propagandistischen Vorbereitungen der USA kaum abwarten, um Libyen zu überfallen und sich Gaddafis Geld in seinen wackeligen Großbanken zu deren Sicherung unter den Nagel zu reißen.
Schulden sollten bezahlt werden. Das können sie auch, wenn mit dem geliehen Geld ordentlich gearbeitet wurde. Denn Geldverleiher sollten darauf achten, wem sie Geld zu welchem Zweck anvertrauen. Beim Kleinen Mann sind sie über pingelig und verlangen 130% Sicherheit. Warum tun sie das nicht bei den Großen, werden sie erpresst? Statt für ihre „Anlage“ zu haften, treten sie die Haftung mit Hilfe der Regierung großzügig an den Steuerzahler ab. „Rettet das Finanzwesen!“ Wer schreit da nicht alles nach Rettung, von den Kröten bis zum Klima. Aber all die Retterei soll nur eines retten, die Großbanken, die leichtfertig mit ihrem Geld spielen, statt es in produktive, wirtschaftliche Projekte zu investieren, und damit Geld-Luftnummern in unvorstellbarem Ausmaß geschaffen haben. Weiterlesen »
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17. September 2011 von admin
Mitten in der Euro-Krise, in der der polnische Finanzminister Jacek Rostowski für den Fall des Scheiterns der „Rettung“ sogar mit neuen Kriegen in Europa drohte (gibt es eine stärkere Drohmöglichkeit? Ähnlich hatte Kanzler Kohl bei der Abschaffung der DM zu Gunsten des € gedroht), erschien ein bemerkenswertes Buch: Christoph Schwegmann (Hg.): Bewährungsproben einer Nation. Die Entsendung der Bundeswehr ins Ausland. Duncker und Humblot, Berlin 2011. Darin geht es u.a. um die Frage, wie man in der deutschen Bevölkerung die Zustimmung zu Auslandseinsätze der Bundeswehr fördern oder gar erst wecken könne. Zu Wort kommen Medien-Clowns, hohe Funktionäre der Staatsverwaltung, Bundeswehr und Wissenschaft. Was man vorhat, zeigt exemplarisch der Satz „Bilder von hungernden Kindern, marodierenden Banden, blutrünstigen Diktatoren, wirken auf die Volksseele und können als moralisches Schwungrad für einen militärischen Einsatz dienen“. Vor allem die Fernsehbilder vom Einsturz des World Trade Centers von 9/11 hätten wie “Motivationspillen” für den Krieg in Afghanistan gewirkt.
Man hat sich in Deutschland also schlau gemacht und im „Catastrophic Terrorism“, (katatrophischen Terrorismus), einen wichtigen Hebel zur gewünschten Meinungsmache entdeckt. Der Begriff wurde einst geprägt, um Ereignisse wie den Anschlag auf das World Trade Center 2001 (9/11) von anderen terroristischen Aktionen, die irgendwelche Amokläufer an Schulen, in Cafés oder sonst wo durchführen, zu unterscheiden. Zwar kommen auch dort unbeteiligte Menschen um, aber nicht mit dem gewünschten prägenden Effekt. Denn ein katastrophischer Terrorismus erschüttert nicht nur, sondern wirkt nachhaltig verändernd auf die Bewusstseinslage der Menschen (wie etwa auch die Medienkampagne um Fukushima). Weiterlesen »
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10. September 2011 von admin
Psychische Störungen sind in Europa zur größten gesundheitspolitischen Herausforderung des 21. Jahrhunderts geworden, besagt eine „wissenschaftliche Studie“: Größenordnung, gesellschaftliche Belastung und Kosten durch psychische und neurologische Erkrankungen in Europa 2010, die vom Dresdner Psychologen Prof. H. U. Wittchen geleitet und am 5. September 2011 vom European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) und dem European Brain Council (EBC) vorgestellt wurde. Jährlich leiden 38,2 % aller (!) Einwohner in allen (!) Altersstufen der EU (164,8 Mio. Menschen) unter einer klinisch bedeutsamen psychischen Störung. Die häufigsten Erkrankungsformen sind Angststörungen (14,0 % der Gesamtbevölkerung), Schlafstörungen (7,0 %), unipolare Depressionen (6,9 %), psychosomatische Erkrankungen (6,3 %), Alkohol- und Drogenabhängigkeit (> 4 %), Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen (5 % aller Kinder und Jugendlichen), und Demenzen (1 % bei 60-65 Jährigen bis 30 % bei Personen über 85 Jahren). Dabei sind die neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose nicht einmal eingerechnet worden. Weiterlesen »
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