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Jubiläen haben es in sich. So auch der möglicherweise präventive oder auch nicht einmal in Deutschland geplante Angriff auf die Sowjetunion vor 75 Jahren. Für westliche „Wissenschaftler“ ist klar, wer die alleinige Schuld trägt. Und für Hitler selbst mag das subjektiv sogar zutreffen. Der Mann wusste ja nicht, an welchen Fäden er hing – oder doch? Wissen es seine Nachfahren, die Merkels und Kauders und all die anderen, die überlaut zur Angriffsvorbereitung auf Russland blasen? Wahrscheinlich. „Nahezu geräuschlos haben sich die 28 Mitglieder der Europäischen Union auf die Verlängerung der Wirtschaftssanktionen gegen Russland verständigt, schrieb Die Welt am 20.6.

In Dresden trafen sich die Herren der Westlichen Welt mit ihren Haupthandlangern zur Bilderberg-Konferenz. Nein „Russlandhasser“ sind das nicht, wie manche Dissidenten schrieben, wohl aber Leute, deren Weltregierungsträumen Russland und China im Weg steht und die meinen, ihre Lakaien sollten notfalls das Risiko auf sich nehmen und ihnen den Weg freischießen. So haben sie ihre Kriegstreiber General Philip Breedlove, den obersten Kommandeur der NATO-Streitkräfte, General David Petraeus, den ehemaligen CIA-Chef und erfahrenen obersten Kriegshelden im Irak-Krieg, sowie die willfährige „Verteidigungs“ministerin Ursula von der Leyen, sowie andere zu ihren Beratungen hinzugezogen.

Nur zwei Tage nach dem geheimnisvollen Treffen, ließ die NATO am 14. Juni verkünden, sollten NATO-Mitglieder Opfer eines Cyber-Angriffs durch Personen aus „feindlichen“ Ländern werden, wie Russland oder China, würde Artikel 5 des NATO-Vertrages (Beistandsverpflichtung) in Kraft treten und die Mitgliedsländer wären verpflichtet, sich dem „Gegenschlag“ anzuschließen. Ob das für den Stuxnet-Computerwurm auch gilt, mit dem die westliche Führungsmacht versucht hat, iranische Nuklearanlagen hoch gehen zu lassen. Wie sagte doch der Lateinschüler mit seiner Lebenserfahrung: „quot licet Jovi non licet bovi“.

Nun will man also einen Cyber-Angriff wie einen militärischen Angriff werten und mit militärischen Mitteln beantwortet: Ein allzeit bereiter Vorwand für das „ab heute Morgen um 4 Uhr so und so viel wird zurückgeschossen.“ Ein angeblicher Cyber-Angriff – von wem auch immer – lässt sich viel schwieriger wiederlegen als die angebliche „Operation Himmler“ 1939 an Polens Grenze. Ein paar Leuten in der SPD, wie den Herren Erler, Steinmeier und Gabriel, scheint es mulmig zu werden und ganz, ganz vorsichtig wagten sie, Bedenken zu äußern. Und nicht ganz so vorsichtig aber leise genug, dass Dumm-Michel nicht aufwacht, gibt Kauder ihnen eins auf die Mütze. Der Rest stimmt dann brav über die Sanktionen gegen Russland ab, um den USA einige nötige wirtschaftliche Vorteile gegenüber Europa zu sicher. Die britischen Vordenker, wissen, was kommt und lassen die Ratten das sinkende Schiff verlassen. Sie tun es freiwillig und meinen sogar, den Masters damit eins ausgewischt zu haben. Realpolitik a la E.H. Carr vom feinsten.

Und warum das Ganze? Weil sich Leute auf der Krim oder in den Landesteilen der Ukraine, die erst in den 1950er Jahren vom Nachfolger des Georgiers Stalin diesem Distrikt ungefragt zugeordnet worden waren, sich dem US-finanzierten Putsch in Kiew (mit 5 Mrd. $, wie nicht bestritten aber auch nicht laut herum posaunt wird) nicht beugen wollen. Vergessen sie den Putsch. Es geht und ging im Westen noch nie und niemals um den Willen von Bürgern. Es geht um Weltpolitik der Machthaber und die Lage ist brenzlig geworden und drängt.

Die Welt steckt – dank der westlichen Finanzpolitik – „knietief“ in Schulden. Zu viele Menschen auf der Welt haben ein viel zu geringes Einkommen, um sich daraus je herausarbeiten zu können. Darlehen sollten in der Regel mit Sicherheiten verbunden sein, dann würden sie nichts gefährden, allenfalls nur Besitzer austauschen. Die Welt, jedenfalls diejenigen, die sich dafür halten, hat sich einen Schuldenberg von 200 Billionen Dollar und das bei wenigen Sicherheiten aufgehalst. Wen wundert es, dass jetzt überall Krisenherde aufflammen. Brexit ist nur einer, einer der harmloseren davon. Früher oder später wird die Welt im Streit um das Besitzrecht an der Konkursmasse in Flammen stehen. Frau Merkel will dabei auch mitmischen, wenn auch nur als Wadenbeißer ihres Onkels Sam. Daher kam ihr plötzlich der Wunsch nach Aufrüstung über das hinaus, was im Kalten Krieg gefragt war. „Ihr Wunsch“? oder der derjenigen, für die sie und ihr Gefolge arbeiten. Für wen arbeitet die Dame eigentlich? Weiß das einer der Wähler in der Bundesrepublik?

Am 6.5. veröffentlichte Ben Rhodes, Obamas Politikplaner und Redenschreiber in der New York Times „Alle die Zeitungen (in Deutschland) hatten einmal Auslandsbüros… Jetzt nicht mehr. Sie rufen uns (im Weißen Haus) an, um sich erklären zu lassen, was in Moskau oder Kairo vor sich geht. Die meisten berichten aus Washington über die Ereignisse in der Welt. Die Reporter, mit denen wir reden, sind im Schnitt 27 Jahre alt und ihre einzige journalistische Erfahrung haben sie aus politischen Kampagnen. Das ist eine Zeitenwende. Die wissen buchstäblich nichts.“ Und ihnen hören unsere Politiker andächtig zu.

Inzwischen wurde, um das Finanzendspiel etwas hinauszuzögern, der beachtliche Betrag von 10 Billionen Dollar an Staatsanleihen mit Minusrenditen versehen. Man darf dafür bezahlen, wenn man der Regierungen Geld leihen darf. Die Obersten Gerichte in Europa halten das für „rechtens“, wie auch die schleichende Verwässerung der Spargroschen durch die Gelddruckerei der Zentralbanken. Hat es – wie vorgetäuscht – der sogenannten Real-Wirtschaft etwas gebracht? (Der Irreal-Wirtschaft der Wertpapierbesitzer sehr wohl.) Die Unternehmensgewinne stagnieren, Auftrage brechen weg, die Produktivität sinkt und die Zinssätze haben ein 6.000-Jahres-Tief unterschritten. „Die US-Regierung pumpt sich die Hälfte ihrer Ausgaben und die Politiker drucken Geld wie verrückt, „to stimulate” the economy“ (Rob Marstrand). Das (Inlandprodukt) der westlichen Führungsmacht sinkt offiziell seit einem ganzen Jahr, inoffiziell schon länger. Europa rudert im Fahrwasser hinterher und seine Kräfte lassen deutlich nach. Großbritannien versucht sich abzusetzen. Der Wähler… vergessen sie den Wähler. Hat der seit der „Great Transformation“ (Abschaffung der dörflichen Solidarität und des königlichen Schutzes für Arme) im 17. Jahrhundert je etwas anderes entschieden als ihm (zugegebenermaßen trickreich) nahegelegt wurde? Notfalls stellt die Auszählung, wie anfangs der „Friedensrichter“ das Ergebnis richtig.

Der Wirtschaftsjournalist aus Argentinien, Rob Marstrand, beschreibt mit: „Ich glaube, die EU wird ohnehin im Lauf der Zeit, früher oder später auseinanderfallen. Auf welchem Weg auch immer.“ eine Stimmung, mehr nicht, aber keine gute. Und: „Die Kleine Kammer des Schweizer Parlaments hat diese Woche zugestimmt, den Antrag auf Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum, aus dem Jahr 1992 zu annullieren. Damit wird eine Entscheidung durch das Unterhaus vom März unterstützt.“ Auch dort wissen die Bankiers Bescheid. Laut einer PEW-Umfrage hat die Mehrheit der Menschen in Großbritannien, Griechenland, Frankreich und Spanien keine gute Meinung über die EU. Warum? Weil man ihnen weis gemacht hat, die EU wäre Schuld an ihrer Misere. Die liegt aber nicht an „Europa“, sondern an Brüssel, genauer gesagt am größten Arbeitgeber in Brüssel und dessen weitgehend unerwähnten Bossen. Die Westliche Welt hat entschieden, dass es auf Europa nicht mehr weiter ankommt. Vielleicht  will man es noch dazu benutzen, den Weg zur Weltregierung frei zu schießen. Ich höre Sie „Doch Alles Quatsch!“ rufen, Sie können es nicht glauben – ich will es eigentlich auch nicht, aber die Fakten…

Hier ein Zitat aus dem Programm des US Council on Foreign Relations (CFR) schon von 2008 aber kaum überholt, allenfalls realisiert; Es trägt den Titel „International Institutions and Global Governance Program – World Order in the 21st Century“ (Internationale Institutionen und Weltlenkungsprogramm – Weltordnung im 21. Jahrhundert) Eine Zusammenfassung finden Sie unter: http://www.cfr.org/content/thinktank/CFR_Global%20_Governance_%20Program.pdf.

„Der Council on Foreign Relations (CFR) hat ein umfassendes Fünfjahresprogramm für Internationale Institutionen und Weltlenkung ins Leben gerufen. Zweck dieser übergreifenden Initiative ist es, die institutionellen Voraussetzungen für die Weltordnung im 21. Jahrhundert zu erkunden. Die Unternehmung erkennt, dass die Architektur der Weltlenkung weitgehend noch die Welt wiedergibt, wie sie 1945 existiert hatte – Sie hat nicht mit den grundlegenden Veränderungen im internationalen System Schritt gehalten.“

„Das Programm stütze sich – heißt es dort – auf Mittel des David Rockefeller Studien Programms des CFR“ und sein Zweck sei, US-Politikern „Empfehlungen“ darüber anzubieten, wie die Arbeitsweise der „Weltlenkungs-Mechanismen“ zu verbessern sei. Das sei nötig zur:

  1. „Verwaltung der Weltwirtschaft“ (zu einer weitere Konsolidierung und Kontrolle des Geldsystems der Welt)
  2. Handhabung des „Klimawandels“ (ein Vorwand zur Finanzierung der Weltregierung und zur Zentralisierung der Kontrolle über die eine Sache, ohne die keine Nation überleben kann: die Energie)
  3. „Prävention und Reaktion auf gewaltsame Konflikte“ („gewaltsame Konflikte“ werden verursacht, um den Vorwand für Intervention und Einmischung in die Angelegenheiten anderer Nationen zu dienen)

Damit die Vereinigten Staaten ihren „neuen internationalen Verpflichtungen“ nachkommen und die ihr zugemessene Rolle in der entstehenden neuen Weltordnung übernehmen könnten, müssten bestimmte Störmomente in ihrem System geändert werden. Solche sind: Die „Verfassungstraditionen“, die „Souveränitätsrechte“ und „die Gewaltenteilung … die dem Kongress eine kritische Stimme bei der Ratifizierung von Verträgen und Befürwortung globaler Institutionen lässt.“

Sie haben ganz richtig gelesen. Verfassung, Gewaltenteilung, die Stimme des Kongresses bei der Ratifizierung von Verträgen, und, natürlich, die Souveränität (aller Staaten) werden als Probleme aufgelistet, die überwunden werden müssen – und das bei der „Führungsmacht der westlichen demokratischen Wertegemeinschaft“. Wie sieht es mit diesen Störmomenten erst bei den anderen, den nachgeordneten Nationen der des “demokratischen Lagers“ aus. Soll man „Fehlanzeige“ sagen? Nein, sicher nicht, wohl aber so etwas wie „potemkinsche Dörfer“. Das wussten Sie bereits, wollten es aber in der Regel nicht wahr haben. Trotzdem gilt die alte „Weisheit“: quidquid agis, prudenter agas et respice finem. Als Schüler lasen wir das letzte Wort noch als funem. Doch die Prügelstrafe ist in der Schule inzwischen abgeschafft – aber nicht in der Politik. Deshalb beachte, was rauskommt!

 

 

In Wernecke ist das neu eingefügte 40 m Teilstück des Brückenbaus eingestürzt. Dabei kam ein Arbeiter um, andere wurden schwer verletzt. Wie kann so etwas geschehen? Man rätselt noch. Auf die Frage wird sich wohl eine Antwort finden lassen. Der Vorfall erinnert an einen ähnlichen Einsturz beim Bau der Limburger Lahntalbrücke der A3 vor einigen Jahren. Damals wurde gemunkelt, man habe am Zement gespart und gestohlenen Zement durch Sand ersetzt. Nach anderer Auffassung hatte man den Untergrund für ein Stützgerüst falsch eingeschätzt. Pfusch am Bau kommt vor, aber auch bei einem Großprojekt wie einer Autobahnbrücke. – Offensichtlich.

Es gibt andere Brücken, an denen es gerade zu Einstürzen mit noch verheerenderen Folgen kommt. Geld ist so eine Brücke. Sie spannt sich zwischen unserer sinnvollen Spezialarbeit für die Gesellschaft und die Leistungen der Gesellschaft zu unserer speziellen Versorgung zwischen den Arbeitsentgelten und den Preisen unserer Versorgungsgüter. Diese Brücke ist zwar nicht aufgrund der Zusammensetzung des Beton (in)stabil, wohl aber aufgrund der Werthaltigkeit des Geldes, das heißt, es muss ein Zusammenhang bestehen zwischen den Werten der verschiedenen Spezialarbeiten der Einzelnen insgesamt und der Bereitstellung der Versorgungsgüter für alle diese Einzelnen. Wer oder was garantiert diesen Zusammenhang?

Nach der derzeitigen Geldpraxis entsteht die Geldbrücke ausschließlich aus Krediten, die die Geschäftsbanken einzelnen einräumen, die damit und dafür mit Gewinn arbeiten, sich aus dem Gewinn versorgen und damit schließlich die Schulden wieder abtragen und damit das insgesamt umlaufende Geld um den speziellen Betrag ihres Kredits wieder verringern. Der Geldgewinn ergibt sich nur, wenn gleichzeitig andere Schulden aufnehmen und dadurch neues Geld in den Umlauf kommt. (Dadurch ist die Verzinsung für die Banken jedenfalls gesichert.) Die Geldbrücke der Gesellschaft besteht demnach aus Darlehen, die die Einzelnen in Form von Schulden antreiben und – weil Schulden normalerweise Zinsen kosten – aus einem dem Gesamtprozess innewohnenden stetigen Wachstum an umlaufendem Schuld/Kreditgeld.

Wie sicher ist die Bindekraft dieses Geldes? Sie engt von der Geldverwendung ab. Die zugrundeliegende Ideologie geht davon aus, dass Darlehen/Schulden für produktive Zwecke aufgenommen werden und im Produktionsprozess der Input (der aufgrund des Kredits geleistet wird) kleiner ist als der Output (der materiell das Überleben der Gesellschaft mit allen ihrem materiellen Bedarf und finanziell die Rückzahlung des Kredits einschließlich der Zinsen sichert).

Beim realen Brückenbau können Bauleiter etwas vom Kleber (Zement) für den eigenen Hausbau abzweigen, in der Hoffnung, dass der Diebstahl relativ zur verarbeiteten Masse kaum ins Gewicht fällt. Sie machen sich, für den Fall, dass der Diebstahl auffliegt, strafbar. Beim gesellschaftlichen Brückenbau kann es auch zur Versandung oder genauer „Verwässerung“ (so tatsächlich ein finanztechnischer Ausdruck) des Bindemittels kommen. Das ist der Fall, wenn das Darlehen nicht produktiv verwendet wird, sondern unproduktiv verschwendet wird. (z.B. für Kriegsführung oder relativ zu hohem Luxus oder für Fehlinvestitionen wie bei der „Energiewende“). Wie beim realen Brückenbau sind auch beim gesellschaftlichen Sicherheitsspannen eingebaut (die theoretische Haltbarkeit muss praktisch um ein bestimmtes Mehrfaches überschritten werden, ehe es zum Bruck kommt). Diese Funktion hat beim gesellschaftlichen Brückenbau der leidliche Zins. Er sollte den Kreditnehmer verpflichten, den aufgenommenen Kredit so produktiv zu verwenden, dass er sich selbst versorgen, den Kredit zurückzahlen und zugleich noch etwas zur Anhebung der gesellschaftlicher Produktivität beitragen kann. Soweit die Ideologie oder Theorie – wie Sie wollen.

Der Fehler der Konstruktion liegt in der Kreditsteuerung. Man geht davon aus, dass die Bevorrechtigten, die allein über die umlaufende Geldmenge entscheiden, die Geschäftsbanken also (deren Kreditvergabespielraum kaum durch Gesetze wie z.B. Mindestreserve-Regelungen eingeschränkt werden), ein eigenes Interesse daran haben und darauf achten, dass die vergebenen Kredite produktiv eingesetzt werden (damit der Kleber hält und sie den vergebenen Kredit schließlich nach dem Genuss der Zinsen aktiv und passiv wieder ausbuchen können).

So lange es sich bei den Geschäftsbanken um sehr viele, mit einander im Wettbewerb stehende Einrichtungen handelte, hat diese Konstruktion eine Zeitlang funktioniert und „gehalten“. Doch die „Verwässerung“ ist wie Zementdiebstahl eine Verlockung. So lange viele Bauaufseher sich argwöhnisch beobachten, fällt der Zementdiebstahl schwer. Sind es nur noch weniger, kann man sich absprechen –wenigstens so lange man es nicht übertreibt. So auch bei den Geschäftsbanken. Die starke Konzentration auf wenige entscheidende Einheiten schafft Gelegenheiten.

Hier greift nun eine Verwirrung ein, die sich leicht aus der Analogie Zement/Geld ergibt. Kleine Leute unterstellen den großen entscheidenden Geschäftsbanken sofort: „Die wollen nur unser Geld und „verwässern“ deshalb.“ Diese Analoge ist falsch. Denn warum sollten die entscheidenden Großgeschäftsbanken Geld „stehlen“ oder auf krummen Wegen erschleichen wollen, wenn sie es sich völlig legal in beliebiger Höhe selbst „drucken“ z.B. in Form von Kredit an eigene Scheinfirmen) in Umlauf bringen können? Gibt es andere Motive?

Geschäftsbanken können bei nur ganz minimalen Einschränkungen ihres Kreditrahmens frei entscheiden, wem sie zu welchem Zweck Kredit gewähren und wem nicht. Das macht sie zu den eigentlichen Herrschern unserer durch Geld geregelten Gesellschaft. Das Interesse von Herrschern richtet sich auf Macht, genauer auf die Macht, die Gesellschaft (einschließlich ihrer scheinbar demokratischen Institutionen) nach eigenem Gutdünken zu gestalten. Wer Macht hat, will sie zu allererst behalten und, wenn möglich, vermehren. Macht macht süchtig.

Aber haben wir deshalb nicht Revolutionen gehabt und inzwischen eine „demokratische“ Gesellschaft, in der der Wähler bestimmt, wo es lang geht und wer ihn dementsprechend regieren/führen darf. Dazu bräuchte man nur den Vater der Propaganda, Edward Bernays zitieren: „Die bewusste Manipulation der Massen ist ein wichtiges Element der demokratischen Gesellschaft. Diejenigen, die diesen unsichtbaren Mechanismus beherrschen, die Gesellschaft zu manipulieren, bilden eine unsichtbare Regierung, die die eigentlich herrschende Macht unseres Landes darstellt.“ In ihr arbeiten inzwischen rudelweise Psycho- Sozio- Polito- und ander –Logen und deren Medien auf hohem „wissenschaftlichen Niveau“ gegen Bezahlung. Gewiss gibt es „abweichende“ Meinungen, Theorien und Ideologien. Doch die meisten davon fügen sich bruchlos in das Projekt Manipulation der Massen. Denn mit einem ideologischen Einheitsbrei [wie im (National-)Sozialismus etc] lassen sich die Massen, jedenfalls deren eingebildeteren obere Schichten nicht mehr abspeisen. Ein wenig Individualität, wie eine rote Haarsträne in der dunklen Frisur, macht sich gut in der Manipulation.

Die passenden Meinungen der Wählermehrheit haben einen Preis, und den können sich letztendlich nur die entscheidenden Großgeschäftsbanken leisten. Deren zahlenmäßig winzige Führungsclique hat sich gegen den gemeinsamen Feind, die breite Masse, unter Beibehaltung des internen Wettbewerbs längst zusammengetan und verabredet. Doch gibt es ein grundsätzliches Problem. Die wachsende Aufmüpfigkeit der Massen ist systemimmanent. Gesteigerte Produktivität hebt die Versorgung und verschiebt das dialektische Gefüge von Freiheit – Notwendigkeit in Richtung Freiheit. Die Freiheit der Masse (auch nachlassender Versorgungs- oder Geld-Druck) schränkt die Freiheit der Herrschenden, die sich immer für die geborenen Gutmenschen halten, ein und führt früher oder später zu einem Umsturz bestehender Herrschaftsverhältnisse. Das lehrt die übergreifende Geschichte der Menschheit.

Dieselbe Geschichte lehrt aber auch die (langfristig meist vergeblichen) Versuche der Herrschenden, die ihnen auf den Leib geschnittenen Herrschaftsverhältnisse gegen den wachsenden Druck der Bevölkerung infolge der Produktivitätssteigerung zu behaupten. Das Ziel ist (bewusst oder unbewusst – gleich viel) klar: Unterbrechen der Produktivitätssteigerung bezw. manchmal sogar Drosselung der Produktivität. Die historisch eingesetzten Mittel waren zumeist Verschwendung, d.h. das unproduktive Abschöpfen des gesellschaftlichen Mehrproduktes, damit es nicht zur Produktivitätssteigerung eingesetzt werden kann (übertriebener Luxus, irre Bauten, Kriege etc.). Diese bedurften einer sie rechtfertigenden Ideologie, damit die Masse sie duldet (Feinde, Grab- oder Schutzbauten wie z.B. Pyramiden oder die Chinesische Mauer, einschüchterndes Imponiergehabe wie Göttlichkeit oder Gottesgnadentum der vorgezeigten Herrschenden, die nicht immer oder selten die eigentlich Herrschenden sind.)

Wir erleben das zurzeit in allen ihren Fassetten: Terroristen und Schutzgesetze dagegen dienen der Einschüchterung der Massen. Äußere Feinde (Russland China) werden als Buhmänner für den gleichen Zweck aufgebaut. Zwischen 2014 und 2015 ist die Anzahl der Terroranschläge um das Fünffache gestiegen, die Zahl der dabei zu beklagenden Todesopfer um das 40-Fache. In Brüssel tagen seit dem 14.6. die Nato-Verteidigungsminister. Im Mittelpunkt steht das Thema Eindämmung Russlands: „Die Aufstellung von zusätzlichen Kräften im Osten ist eine legitime, vernünftige und angemessene Antwort auf Russlands Vorgehen“, sagte Nato-Generalsekretär, Jens Stoltenberg. Unter anderem wurde die Stationierung von vier multinationalen Bataillonen (jeweils 600 bis 1.000 Soldaten) und einer US-amerikanischen Brigade in Litauen, Lettland, Estland und Polen vereinbart. Das multinationale Kontingent auf 40.000 Mann aufgestockt und die Verlegung der Schnellen Eingreifkräfte (5.000 Mann) von Spanien nach Polen „innerhalb von nur vier Tagen“ vollendet. Im Südchinesischen Meer wird militärisch provoziert. Das Raketenschild zur Absicherung einer nuklearen „First Strike“ Kapazität rings um China und Russland wird zügig ausgebaut usw –all das und mehr wird wie wenigstens seit über hundert Jahren durch gezielte Lügen und Massenmanipulation „gerechtfertigt“.

Hinzu kommen die ständig gesteigerten Überwachungsmaßnahmen. Dies ist die plumpe Version der Herrschaftssicherung, wenn der Stuhl bereits wackelt. Zuvor war der sogenannten Umwelt- und Klima-Schutz eingeführt worden, der weder Umwelt noch Klima schützt, wohl aber die Investitionen von einem wichtigen Entwicklungsschritt (Bändigung der nuklearen Bindungskräfte zur wirtschaftlichen Nutzung) abhält und insgesamt die gesellschaftliche Produktivität deutlich senkt (Vgl. die sogn. Energiewende). Diese Produktivitätsdrosselung hatte bereits einen gefährlichen Nebeneffekt: Man kann die Produktivität nicht nur im eigenen Herrschaftsbereich senken, da man sich damit schwächt. Sie verlangt weltweite Durchsetzung d. h. Weltherrschaft – auch in Russland und China.

Die unauffälligste und früheste Produktivitätsdrosselung lief über die Kreditvergabe. Sie erfolgte über Jahre so, dass sich die Investition in produktive Bereiche der Wirtschaft nicht lohnte, wohl aber die auf den sogn. Finanzmärkten. Das dorthin gelenkte Geld ließ die Preise für Wertpapiere „infaltionsbedingt“ stetig anstiegen, während für den Güterabsatz die zahlungsfähige Nachfrage schrumpfte. Die gesellschaftliche Produktivität hielt sich im Rahmen oder sank stellenweise, dafür wuchs die Verschuldung der Gesellschaft und mit ihr die Macht der Kreditgeber über Betriebe wie Regierungen ins Uferlose. Verschuldung war erwünscht, Pleiten aber nicht unbedingt (dabei werden in der Bank (im Sinne des Nichtbankers) die Aktiva ausgebucht während die Passiva bleiben). Nichtmehrkreditwürdige gehen Pleite. Um das „einzudämmen“ und „händelbar“ zu halten, mussten die Zinsen notgedrungen gesenkt werden.

Denn wie ein Robert Hemphill (ehemaliger Vorstand der FED of Atlanta) im Vorwort zu Irving Fishers Buch 100% Money schreibt: „Wenn alle Bankkredite bezahlt wurden, kann niemand eine Bankeinlage besitzen und nicht ein Dollar wäre als Münze oder Währung in Umlauf. Das ist ein erstaunlicher Gedanken. Wir sind völlig von den Geschäftsbanken abhängig. Irgendjemand muss jeden Dollar ausleihen, den wir besitzen … Wenn die Banken reichlich synthetisches Geld schaffen, haben wir Wohlstand; wenn nicht, hungern wir. Wenn man sich ein vollständiges Bild der Situation macht, ist die tragische Absurdität unserer hoffnungslosen Situation fast unglaublich – aber so ist sie.“ Bei ungleichem Einkommen, können die Wohlhabenderen ihre Schulden zurückzahlen, während die Ärmeren pleitegehen und das bisherige System kommt wegen Geldmangels an sein turbulentes Ende.

Daher war es symptomatische, das mit dem NATO-Treffen vom 14.6. auch die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe erstmals unter null fielen. D.h. Geld verleihen rentiert nicht mehr, sondern kostet Geld. Das tut den entscheidenden Großgeschäftsbanken nicht weh, weil der System- und damit der Machterhalt für sie wichtiger ist. Wenn die gesellschaftliche Brücke einstürzt, trifft es immer nur die Arbeitende selten die Herrschenden oder es kommt zur Revolution.

 

Warum brennen Flüchtlingsheime? Die Antwort ist naheliegend und wird von unseren Medien und Politikern bedenkenlos verbreitet: Rechtsradikale Rassisten gegen schutzsuchende Hilfsbedürftige. Nun stellte sich in Bingen heraus, das ein als Syrer getarnter Asylsuchender im April seine Bude angesteckt und auf die Außenwand ein schwrzes Hakenkreuz gemalt hatte, weil er noch immer nicht das versprochene Haus und das entsprechende Monatseinkommen bekommen hat. Ein Einzelfall! In Düsseldorf führte die Polizei fünf als Syrer getarnt eingewanderte Marokkaner ab, die ihre Unterkunft (10 Mio. € Sachschaden) angesteckt und dabei das Leben von 289 dort lebender Kolleg(in)en gefährdet hatten (Bild regional spricht von 30 Verletzten). Ihnen passte das Essen nicht. Auch ein Einzelfall. Es gibt allerdings davon immer mehr. Das Bundeskriminalamt zählte (laut Deutschlandfunk) im ersten Vierteljahr 2016 70.000 Straftaten, vor allem Eigentums- und Sittlichkeitsdelikte. Sie wurden zumeist von Nordafrikanern, Georgiern und Serben begangen, am wenigsten von Syrern, Afghanen, Irakern. Ist nur die Langeweile daran schuld?

Natürlich kann/darf man aus den Einzelfällen nicht auf „die“ Flüchtlinge schließen. Ehe man sich darüber mokiert, dass diese Einfälle zunehmen, sollte man auf das Verhalten von uns Einheimischen achten. Viele sind hilfsbereit und lassen sich durch die „Einzelfälle“ nicht aufregen. Andere sind das nicht. Die meisten sind scheinheilig – notgedrungen. Gibt es Ursachen?

Die angeblich „linke“ Antifa, die „Bunkerknacker des deutschen Schweinestaates“, die aber gut von des Schweinestaats Knete lebt, zündet Autos an, die in der Heckscheibe einen AfD-Aufkleber haben, schmeißt Fensterscheiben bei AfD-Politikern wie Carsten Hütter ein, beschmiert die Hauswand seines Büros, droht mit Mord und Totschlag am Telefon, per Brief, per Mail, „überredet“ Kneipenwirte, abzusagen, wenn AfD-Leute wegen Veranstaltungsräumen anfragen. Sie, „60 Schwarzvermummte“, legt am 12. Mai eine Zahnarztpraxis in Weißensee still, weil der Herr Dr. dent. ehrenamtlich bei der AfD aufgetreten war. Brauner Abschaum oder hilflose Reaktion benutzter Versager?

Nicht doch! Da marschiert nicht nur die grüne Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth mit. In das „offene Jugendbüro Redroxx“ in Erfurt fließt staatliches Geld über die Thüringer Linken-Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow und ihrem Fraktionskollegen Christian Schaft, der es als Wahlkreisbüro finanziert. Das „offene Jugendbüro“ veröffentlichte laut Thüringer Allgemeine folgenden Aufruf: „Lasst den Kopf nicht hängen … erhebt ihn morgen wieder gegen die AfD und ihre AnhängerInnen. Meldet euch krank … kommt geschlossen dazu! Klingelt eure NachbarInnen aus der Wohnung! Bildet Banden!“ Direkter trieb/treiben es Ministerien: „50 Millionen Euro (Steuergelder) pumpt Ministerin Schwesig (verantwortlich für Bürokratie-Entscheidungen) jährlich in diesen „Kampf zur Stärkung von Demokratie und Toleranz“. Und es soll noch mehr werden, wie sie der Welt versprach, „um präventiv gegen Gewalt und Hass vorzugehen und jene zu stärken, die vor Ort unsere demokratischen Werte wahren“, eben die Antifa.

„Unsere demokratischen Werte“? Ein bedauerlicher „Extrem-Fall“, wäre da nicht die tägliche Medienberieselung gegen nicht korrekt Denkende, gegen angebliche Rechtsextreme und zugunsten, ja wessen? Von Werten, westlichen zumal, ist da die Rede. Besagen die, dass man Veranstaltungen Andersdenkender mit allen Mitteln stören soll/darf und diejenigen, die nicht im Gleichschritt mit marschieren nach Möglichkeit diskreditieren soll, dass man dazu Schlägertrupps und Medienposaunen anheuern bezw. einsetzen oder besser gleich aufgehetzte, von Ressentiment aufgeladene Versager?

Die Welt getraute sich, aus einer »vertraulichen Analyse des Bundeskriminalamtes« zu den Sylvester-Vorgängen zu zitieren: „Ein stark beeinflussender Faktor (für das gewaltsame Auftreten von Asylanten) dürfte in der Wahrnehmung der Täter darin bestanden haben, dass sie offenbar weitgehend keine nachhaltig negative Strafverfolgung zu befürchten“ haben. Für Gebildete lässt Shakespeare den schwachen Herzog in Maß für Maß klagen „So ist unsere Satzung, weil tot im Rechtsbrauch, in sich selbst tot. Und Willkür tanzt Justitia auf der Nase. Der Säugling schlägt die Amme und verquer geht alle gute Sitte“. (I,3,27)

Oder: Die Selbstbezichtigungskultur in Deutschland wirkt in den Augen von Leuten, die sehr (vielleicht mehr als gut ist) auf ihre Ehre achten, „erbärmlich“, die vorgeführte schuldbeladene Hilflosigkeit und Weichheit unterstreicht die Erbärmlichkeit, und mit Erbärmlichen kann man beliebig umgehen, denn sie wollen es ja so (sonst wären sie nicht so erbärmlich): Ein deutsches Gericht erlaubt die Anerkennung einer nach islamischen Recht geschlossenen Ehe zwischen einer Minderjährigen und einem erwachsenen Mann. 2007 weist in Frankfurt eine Richterin eine geprügelte Ehefrau, die von ihrem mit Ermordung drohenden Ehemann geschieden werden will ab, weil im „marokkanischen Kulturkreis“ das Züchtigungsrecht des Mannes gegenüber der Frau gelte und sie mit ihrer Heiratseinwilligung mit dergleichen habe rechnen müssen. In einem Oberhausener Schwimmbad wird der Burkini erlaubt. Willkürliche Einzelfälle! Auch sie nehmen zu. Und „Muslime in Deutschland sind eine Bereicherung“ für Deutschland predigt der Finanzminister. Ja, das könnte wohl so sein, wenn sie uns wenigstens wieder Selbstwertgefühl beibringen könnten. Doch gilt jede vorsichtige Äußerung eines solchen hierzulande schon fast als „fremdenfeindlich“ oder „faschistisch“.

Nach den vorwiegend naturwissenschaftlich und technologisch orientierten Leistungsträgern, von denen jährlich laut verschiedenen Medien jährlich über 100.000 Deutschland verlassen, kommt es inzwischen auch zum Exodus der Reichen. Nicht nur von dort. Auch „in Italien haben 6.000, in Griechenland 3.000 und in Spanien 2.000 Millionäre im selben Zeitraum ihren Wohnort aufgegeben und somit auch ihren Steuersitz… Französische Millionäre zieht es überwiegend nach Großbritannien, in die USA, nach Kanada, Australien oder Israel. Die beliebtesten Zuzugsstädte für Millionäre weltweit sind Sydney, Melbourne, Tel Aviv, Dubai, San Francisco, Vancouver, Seattle und Perth. Aus Sicht der Analytiker des New World Wealth Instituts gehören zu den nächsten Ländern, die vor gravierenden religiösen Spannungen durch Muslime und Auswanderungen einheimischer Millionäre stehen, vor allem europäische Länder wie Deutschland, Belgien und Schweden.“

Nun ja, das erinnert an den prominenten amerikanischen Anthropologen der Harvard Universität, Prof. Dr. Ernest Hooton, der am 4.1. 1941 in der New Yorker Tageszeitung PM den Artikel “Breed War Strain Out of Germans” (Züchtet den Deutschen die Kriegsbereitschaft heraus) veröffentlichen konnte. Er verlangte eine „forcibly“ durchgeführte genetische „Transformation der Deutschen“, in dem deutsche Frauen in Deutschland mit hereingebrachten nichtdeutschen Männern und deutsche Männer, die als Entwicklungshilfe in unterentwickelte Länder exportiert werden, mit nichtdeutschen Frauen zu kreuzen seien. “Zum Ziel dieser Maßnahme gehört auch die Reduktion der Geburtenrate der ‘reinen’ Deutschen (heute würde man sagen der „Bio Deutschen“) und die Neutralisierung der deutschen Aggressivität durch Auszüchtung und Denationalisierung indoktrinierter Individuen“ schrieb Dr. Hooton. Nun, die Ungeheurlichkeit des „anerkannten“ Wissenschaftlers mag der kriegsbedingten Propagandahysterie, der er sich nicht hat entziehen können, geschuldet sein. Wenn da nicht eine auf ganz Europa bezogene Aktualisierung durch den ebenfalls „senior advisor and military analyst“ Thomas P.M. Barnett erschienen wäre. Dessen Vorschläge zur Erhaltung und zum Ausbau US-amerikanischer Weltherrschaft erinnern wiederum an den verstorbenen Graf Nikolaus CoudenhoveKalergi, der die Europäern und Afrikanern kreuzen wollte, um eine braune Mischrasse williger Arbeiter mit geringer Intelligenz zu erzeugen. Gehörten beide der gleichen Loge oder dem gleichen Netzwerk an? Seis drum: Die brutalen Methoden wurden vermieden, aber das Ergebnis zeigt sich auch so recht erfolgreich – auch wenn alle Beteiligten entrüstet die Verschwörungstheorie von sich weisen, dergleichen geplant oder auf Anweisungen gehandelt zu haben.

Inzwischen klagt die politische Klasse vom Bundespräsident bis zur Verteidigungsministerin, dass man mit der Umerziehung in Deutschland wohl zu weit gegangen sei. Der Wehrwille sei abhanden gekommen. Denn wieder wünscht man sich wie beim Boxeraufstand in China „Germans to the Front“, um „unsere Freiheit (nicht nur am Hindukusch) zu verteidigen.“ Russlands Grenze rückt näher (genauer: im Gegenteil wir ihr). Andererseits ist der freiheitlich/demokratische „regime change“ im Nahen Osten und überall dort abzusichern, wo Regierungen Vorbehalte gegen eine Vereinnahmung in die Weltordnung der legitimierten „Geldschöpfer aus dem Nichts“ (vgl. Joseph Plummer: Dishonest Money, u.a.) erkennen lassen, und sich somit als üble Machthaber wie Hitler outen.

Neuerdings plant die EU (natürlich deren folgsame Bürokratie) gemeinsame Marinepatrouillen im Südchinesischen Meer, geht aus Berichten vom „Shangri-La Dialogue“, einer „hochkarätigen“ Konferenz zur Außen- und Militärpolitik in Asien vom letzten Wochenende, hervor. Man will die „Navigationsfreiheit“ im Südchinesischen Meer verteidigen, die durch Streitigkeiten um Inselgruppen beeinträchtigt wird. Die Philippinen und Vietnam hatten dort, weil „westlich“ unkritisiert, schon seit Jahrzehnten begonnen, militärische Stützpunkte auf einzelnen Inseln zu errichten. Seit wenigen Jahren tut das nun auch China und wird dafür von den NATO-Staaten einseitig gescholten, obwohl ein westliches Gefolgschaftsorgan wie die Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) China „erkennbar defensive Ziele“ bescheinigt hat.

Russland und China sind der Geldschöpfungselite des Westens noch nicht unterworfen, deshalb häuft „der Westen“ an deren Grenzen jede Menge Waffen an. Die Medien bemühen sich, Übertreibungen im Sinne Dr. Hootons rückgängig zu machen und die verflogene Kriegsbereitschaft nach Deutschland zurückzuholen. Sie treffen dabei – Gott sei Dank – auf wenig Gegenliebe. Wird es nun Flüchtlingen, der Antifa-SA im Verein mit der „Lügenpresse“, Erdogans Türken und Terroristen aller möglichen Provenienz gelingen, die dafür benötigten Ressentiments wieder zu wecken, um die anerzogene Apathie in Deutschland wieder zu vertreiben. Wenn man die „natürlich rein defensive Waffenaufstellung“ an den verbliebenen Grenzen des Empire (zu Russland und China) betrachtet, scheint das Ziel (das man natürlich nicht mehr wie noch 1950 laut nennt) zu sein, nun endlich – nach gut 100 Jahren – die Eine-Welt-Regierung der Geldschöpfungs-Berechtigten „forcibly“ durchzusetzen. Am 17.2.1950 war James Paul Warburg, der Sohn des Planers des privaten Federal Reserve System in den USA mutiger. Er erklärte im außenpolitischen Ausschuss des US-Senats: „Wie werden die Weltregierung haben, ob wir es wollen oder nicht. Die Frage ist nur, ob die Weltregierung durch Zustimmung oder Eroberung erreicht wird.“ Senate Report (Senate Foreign Relations Committee) (1950). Revision of the United Nations Charter: Hearings Before a Subcommittee of the Committee on Foreign Relations, Eighty-First Congress. United States Government Printing Office. p. 494. Die Frage ist wieder aktuell.

Aber geben Sie nichts drum, das ist alles Verschwörungstheorie und braucht Sie nicht weiter zu beunruhigen. Vertrauen Sie getrost ihren gewählten Politikern, die anerkannten Presse und den „hochkarätigen“ Wissenschaftlern, die werden es schon richten. Wem sollten Sie auch sonst trauen? Ohnmacht ist bequem.

 

Der erste Teil des Satzes wird meist nur in Umkehr gedacht. Wer Zeit vertut, verspielt die Chance Geld zu verdienen. Dem zweiten Teil könnte man in dem Sinne widersprechen: Mit Geld kann man notwendige, zeitaufwendige Arbeiten von anderen verrichten lassen und gewinnt selbst dadurch Zeit. Was also, sollen wir über Zeit philosophieren? Vielleicht wäre das unter der Prämisse „Zeit ist Leben“ heute nicht ganz unangebracht. Denn schließlich ist alles was wir haben Zeit, 24 Stunden pro Tag. Was wir daraus gemacht haben, war dann unser Leben, nicht mehr und nicht weniger. Viele vergessen das.

Angeregt hat mich zu diesem Einstieg eine hervorgehobene Meldung in der Financial Times „Der Rückgang in der US-Produktivität löst Angst vor einer populistischen Gegenbewegung in einer Zeit aus, in der die Löhne stagnieren.“ Vielleicht hatte der Verfasser der Zeile die Veröffentlichung des Levy Instituts vom 3. Mai 2016 gelesen, wonach 90% der Amerikaner sich seit Jahren wirtschaftlich schlechter stellen. Ihr Realeinkommen ist auf den Stand vom Anfang der 1970er Jahre zurückgefallen. Die Geldpolitik der Federal Reserve (FED), die die EZB so nachhaltig kopiert, hat demnach vier Jahrzehnte verspielt. Die westliche Geldelite hat inzwischen Billionen von Dollar gedruckt und ausgegeben, Millionen von Menschen umbringen lassen, Menschenrechtsverletzungen „in Hülle und Fülle begangen“ und damit eines erreicht, den Lebensstandard und damit auch die Freizeit und Muse im Durchschnitt (wenn man von dem reichsten 1% der Menschheit absieht) gesenkt. „Vielleicht liegen Sanders und Trump doch richtig“, fragen sich manche Amerikaner, „vielleicht ist es an der Zeit, einen frischen Blick auf die Machtelite zu werfen“ und sich zu vergewissern „wie sie das Land regieren“, statt ihre dummen Sprüche, die aus den Medien triefen wie bisher einfach nachzubeten. Ob Trump und Sanders außer mit dem, was sie zurzeit von sich geben, es ernst meinen, kann kaum einer sagen. Dass Hillary und die anderen anerkannten „Gutmenschen“ falsch liegen und zwar gefährlich, sogar kriegerisch falsch, sollte denkfähigen Menschen inzwischen klar sein.

Erinnern wir uns, der „progressive“ Barack Obama hatte damals einen Erdrutschsieg errungen, weil die Mehrheit der Amerikaner Bush und seine Politik abgelehnt hatten. Die Medien und linke oder rechte Aktivisten hielten Obama für das absolute Gegenstück zu Bush. Diese Meinung wurde auch uns in Europa eingetrichtert und sogar mit einem Friedensnobelpreis gestützt. Doch nichts ist geschehen, keine der Maßnahmen und Ausrichtungen seines abgelehnten Vorgängers wurden rückgängig gemacht und die versprochene Politik zum Wohl der Bevölkerung Amerika nicht auf den Weg gebracht. Selbst die viel gepriesene Gesundheitspolitik hatte vorwiegend die Aufgabe, die Versicherungen zu sanieren. Die bisherige Politik lief unverändert weiter. Inzwischen spricht man drüben in gewissen Kreisen von der Bush / Obama Regierung.

War/ist es bei uns anders? Nach neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts, hat der Internet- und Einzelhandel in Deutschland im April 0,5 % weniger als im Vormonat umgesetzt, preisbereinigt sogar um 0,9 % weniger. Aufgrund der angeblich so guten Konjunktur und Verbraucherstimmung sollte das Gegenteil der Fall sein. Und doch schwärmen die Medien, dass die Menschen in Deutschland dank der Zinspolitik der EZB kaum mehr zur Vorsorge sparen und ihr Geld lieber ausgeben. Die Medien berichten wahrscheinlich, was der Bürger tun soll und nicht, was der Fall ist. Könnte es aber auch sein, dass die Medien in diesem Fall sogar richtig berichten, der Durchschnittsbürger aber gezwungen ist, seine angesparte Vorsorge zu liquidieren und das Geld auszugeben, weil er nicht mehr genug Einnahmen hat, und sich trotzdem weniger leisten kann?

Auch wir hatten verschiedene „Wenden“, die markantesten waren die von Kohl und die „Energiewende“ von Merkel. Ihr Ergebnis lässt sich das Ergebnis einfach umschreiben: „Vorwärts von Fall zu Fall“. Und die Moral von der Geschichte: Ist wählen gehen sinnlos, weil die Alternative keine ist? Ich würde als Amerikaner trotzdem Trump oder Sanders wählen, nicht weil ich ihnen vertraue. Ich kenne sie ja nicht, nur das, was die Medien über sie berichten – und denen zu trauen wäre nach allem, was berichtet wurde, leichtfertig. Ich werde hier die Alternative wählen, nicht weil ich ihr traue, sondern weil die Medien, denen ich nicht mehr traue, so vehement gegen sie vorgehen. Mit Enttäuschungen rechne ich, ziehe aber die geringe verbleibende Hoffnung der sicheren Enttäuschung vor.

„Ich habe in dem vertraulichen Hintergrundgespräch die Einstellung mancher Menschen beschrieben, aber mich an keiner Stelle über Herrn Boateng geäußert, dessen gelungene Integration und christliches Glaubensbekenntnis mir aus Berichten über ihn (inzwischen) bekannt sind“, betonte Gauland in seiner Erklärung“ und weist den Vorwurf fremdenfeindlicher Beleidigung zurück. Die FAZ räumt ein, dass nicht Gauland, sondern dass sie, die Redakteure von FAS und FAZ es selbst waren, die den Namen und die Person Jerome Boateng in das Hintergrundgespräch (trickreich) eingebracht haben. Welche Botschaft war in dieser Frage impliziert? Was die regierungstragenden Medien aus der Antwort gemacht haben, ist eine weitere Sache. Ich halte Gauland nicht für so dumm, sich so geäußert zu haben, wie es die Medien auf der Suche nach Dreck, den sie pflichtgemäß werfen können, gedreht haben. Eine gewisse Naivität, von der sein „Hintergrundgespräch“ zeugt, nämlich nicht bedacht zu haben, wie Medien und Berufspolitiker seine Aussage sich den Arbeitsplatz sichernd zurecht drehen würden, könnte ihn vielleicht sogar etwas vertrauenswürdiger machen. Doch Naivität ist auf dem Feld der Politik gefährlich.

Am 8. Mai 2016, an Muttertag, hat der deutsche Steuerzahler 21,3 Millionen Euro draufzahlen dürfen, damit die Nachbarländer den elektrischen Strom aus Deutschland aufnehmen. Das waren laut Klima-Betrüger Trittin und seinem Berliner Gefolge in den bunten Parteien allein an einem Tag schon etwa: 21,3 Millionen Eisbällchen. Lecker!, nicht wahr. Die Energiewende-Subventionen verlockten vermeintliche Gutmenschen wie abgefeimte Glücksritter dazu, Deutschland mit so vielen Photozellen und Windrädern einzudecken, dass bei günstigem Wind und Sonnenschein, was hier gelegentlich auch einmal vorkommen soll, mehr Strom erzeugt als benötigt wurde. In Kernkraftwerken und Heizkraftwerken aller Art wurde Dampf abgelassen (und damit Flüsse und Atmosphäre sinnlos – d.h. „ohne Gewinn“, worauf es Linken und Grünen anscheinend ankommt – aufgeheizt) und trotzdem war noch zu viel Strom da. Einfach abschalten ging nicht, denn bei nachlassendem Wind wäre das Netz eingebrochen, also musste man das Ausland gegen Bezahlung bitten, den Strom abzunehmen. Dies nur als Beispiel für die Vernunft der uns im Auftrag regierenden Leute.

Diese Leute dürfen das, weil die deutschen Wähler offensichtlich schizophren sind. Denn immer mehr Deutsche befürworten grundsätzlich die Förderung erneuerbarer Energien. Gleichzeitig sinkt jedoch ihre Zahlungsbereitschaft für grünen Strom“ fand eine „empirische“ Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) (www.rwi-essen.de/eval-map) heraus, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderschwerpunkts „Ökonomie des Klimawandels“ (http://www.fona.de/de/9908) bezahlt hat. Danach hielten es 88 % der (6000 Befragten in der) deutschen Bevölkerung 2015 für grundsätzlich richtig, erneuerbare Energien zu fördern. (2013 waren es erst 84,4 % der vom Marktforschungsinstitut Forsa befragten). „Die Studie zeigt aber auch, dass die Zahlungsbereitschaft für grünen Strom in den vergangenen Jahren deutlich gesunken ist“, sagte der Leiter des Forschungsprojekts Prof. Dr. Manuel Frondel vom RWI. Die Aussage stützt sich auf 58,2 % der Befragten, die sich trauten eine so unerwünschte Meinung preiszugeben. Grund war wohl der Ärger über die inzwischen zu teuren „nur drei Speiseeisbällchen“ des früheren Umweltministers: Von 2009 bis 2016 ist die von den Stromverbrauchern zu zahlende EEG-Umlage von 1,3 Cent auf 6,35 Cent je Kilowattstunde gestiegen. Davon geht laut RWI etwa die Hälfte auf den starken Ausbau der Photovoltaik-Anlagen von 6 Gigawatt Ende 2008 auf 39,7 Gigawatt Ende 2015 zurück. Allerdings ist installierte Leistung nicht gleich dem Ertrag, was viele verwechseln.

Der immer deutlicher hervortretende Unsinn der Energiewende (mehr als die Verdopplung der Erzeugungsanlagen bei gleichem oder gar schrumpfendem Bedarf) ruht bekanntlich auf zwei Säulen: auf der von den Medien geschürten hysterischen Angst vor der energetischen Nutzung der Kernbindungskräfte (Atomenergie) und auf der grandiosen Lüge, man könne durch geringeren CO2-Ausstoß das „Klima retten“. Denn für diese Behauptung fehlt, trotz eines Forschungs-Geldsegens von über einer Billionen Dollar noch immer ein einziger „empirischen“ (messbarer) Beweis. Nicht fehlt es aber an der leicht einzusehenden Schlussfolgerung, dass es sich dabei um eine grandiose Abzock-, Subventions- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahme auf Kosten der Bürger handelt.

Beweisen ließ sich „empirisch“ allerdings, dass der von Svensmark schon frühzeitig nachgewiesene Einfluss des Sonnenwindes auf die Höhenstrahlung und damit auf die Wolkenbildung in der sogen. „Klimaforschung“ bisher sträflich ausgeklammert oder herunter gerechnet wurde, obwohl er seit gut 2 Jahren durch das (immer wieder von amtlicher Seite hinausgezögerte) CLOUD Experiment von CERN in Genf bestätigt worden ist. „Daraus lässt sich schließen, dass die kosmische Strahlung in vorindustrieller Zeit einen größeren Einfluss auf die Aerosol- und Wolkenbildung hatte als unter heutigen – relativ schmutzigen Bedingungen“, so Paul Winkler von der Abteilung für Aerosolphysik und Umweltphysik der Universität Wien.

„Diese Laborergebnisse (über die Wolkenbildung und ihren Klimaeinfluss) konnte ein weiteres Wissenschaftlerteam in parallel durchgeführten Untersuchungen an der Hochalpinen Forschungsstation Jungfraujoch in den Berner Alpen (Schweiz) auch unter realen Bedingungen in der Atmosphäre nachvollziehen. Wie sie im Fachjournal „Science“ berichten, konnten sie auf einer Höhe von über 3.500 Metern über NN nicht nur zum ersten Mal die Entstehung von Aerosolen aus Schwefelsäure und Ammoniak in freier Natur beobachten, sondern auch sehen, dass sich Partikel aus rein organischen Stoffen bilden.“ http://science.orf.at/stories/2776373/. Doch was vermögen naturwissenschaftliche Erkenntnisse gegen die von höherenorts befohlene Ideologie der Klimarettung durch Ausstoß-Beschränkung der hauptsächlichen Pflanzennahrung CO2, die einigen Schmarotzern einen so grandiosen Zustrom an Papiergeld sichert.

Und was hat das alles mit „Zeit“ zu tun? Auf die Zeit haben Medien, Politiker, Ideologen etc. keinen Einfluss, auch der sogenannte „Deep State“ nicht. Sie lässt sich nicht dehnen. Wenn es um materiellen Fortschritt und eine bessere Versorgung von Menschen gehen soll, dann gibt es nur einen Weg, dafür mit jeder Zeiteinheit pro Person mehr realen Ertrag zu schaffen: Produktivitätssteigerung für den richtigen Zweck. Geld, Kredit, Inflation, Deflation etc. ändern daran nichts. Wenn man die Produktivitätssteigerung für den richtigen Zweck nicht schafft oder – wie bei uns inzwischen üblich – aus politischer oder ideologischer Absicht sogar verhindert oder gar drosselt, läuft es wie zu beobachten „Vorwärts von Fall zu Fall“. Weniger Ertrag aus Zeiteinheit pro Person schafft Mangel. Wer nicht in Produktivität sondern in das sog. „Financial Engineering“ (zur Manipulation des wirtschaftlichen Verhaltens der Bürger) investiert vermehrt zwar Geld (Schulden) aber investiert in Armut, bei sich oder bei anderen, um Goldman Sachs Politikberatern zu gefallen. Dass so etwas in gesellschafts- und machtpolitischer Absicht geschehen könnte kann sich der Normalbürger seitens der von ihm „gewählten Politikern“ nicht vorstellen und trägt dafür die Folgen.

 

 

Naja, oder gute Fähigkeit zum Verdrängen. Wir erleben gerade wieder einen neuen globalen Rüstungs- und Eskalations-Wettlauf mit der Gefahr des endgültigen nuklearen Schlagabtauschs. Aus dem Kalten Krieg wurde offensichtlich nur mehr die Frage: Wie hintertreiben wir trickreich das Nukleare Patt der Zeit vor 1990.

Angesichts der NATO-Strategie „Massive Vergeltung“ (MC 14/2) hatte 1967 der belgischen Außenminister Pierre Harmel einen Bericht zur Lage der NATO angeregt. Er hatte offensichtlich die Formel, die NATO solle als Faktor des dauerhaften Friedens gestärkt werden, falsch verstanden, denn er interpretierte ihre Funktion damals in zwei Punkten. Die NATO solle militärisch ausreichend gestärkt werden, um das Gebiet der Mitgliedstaaten gegebenenfalls erfolgreich verteidigen zu können, und so abschrecken. Und 2., sie solle aufgrund dieser militärischen Sicherheit dauerhafte Beziehungen herstellen, mit deren Hilfe grundlegende politische Fragen gelöst werden könnten.

Die Formel „dauerhafter Frieden“ verstand die Führungselite im Westen aber anders als Hamel. Ihr Verständnis ging bereits auf die 1891 gegründete aber von  Hof-Historikern weitgehend ausgeklammerte „Geheimgesellschaft Cecil Rhodes“ und deren Wirken unter Führung Lord Milners und seiner Nachfolger  zurück. Mit der Gründung der privaten Federal Reservebank (FED) kam die translatio imperii dieser ango-amerikanischen Gruppe zum Abschluss. Diese Gruppe von Spitzenfinanziers und ihrer Zuträger verstand unter „dauerhaftem Frieden“ offensichtlich die Errichtung einer zu Sanktionierungen befähigten Weltregierung unter ihrer Regie, eben dieser angloamerikanischen Hochfinanz. Diesem Vorhaben scheinen sich das neue Russland und ebenso China immer noch, aber vielleicht sogar auch große Teile der Islamischen Welt sperren zu wollen.

Im Februar 2015 deutete George Friedman, der Gründer und Vorsitzender von STRATFOR, dem der CIA nahestehenden US-Thinktank, diese Jahrhunderte alte Strategie an, bezog sie aber fälschlich nur auf die USA als solche: „Das ursprüngliche Interesse der Vereinigten Staaten, aufgrund dessen wir Kriege geführt haben – den 1. Weltkrieg, den 2. und den Kalten Krieg – bezog sich auf das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland, da die beiden vereint die einzige Kraft waren, die uns bedrohen konnte, und um sicherzustellen, dass dies niemals geschehen würde.“ (Wolfgang Effenberger,Willy Wimmer: Wiederkehr der Hasardeure, zeitgeist Print & Online August 2015, S. 450.).

Inzwischen stellen Russland und China vereint diese Gefahr dar und – sollte nicht übersehen werden – auch der Islam als Umma, als religiös fundierte politische Gemeinschaft der Muslime. Samuel Huntingtons „Krieg der Kulturen“ leitete offensichtlich die Aktualisierung der alten Strategie zur Errichtung der Weltregierung ein. Zu ihren früheren Versionen hatte der Mackinderplan von 1904, die von Eduard VII plötzlich und überraschend eingeleitete Entente Kordiale von 1902/3  und dann die von Friedman aufgezählten Kriege mit den dazu gehörigen Nebenprogrammen (Völkerbund, UNO, IWF Weltbank etc) gehört. Am Anfang der aktualisierten Version könnte somit eine Auseinandersetzung zwischen Russland (und China) mit dem Islam (über die Türkei, den IS und seine Finanziers) entsprechend der Phase des 2. Weltkriegs bis Dezember 1941 stehen. Sind die Gegner entsprechend geschwächte könnte sich daran der endgültige nukleare Schlagabtausch erfolgen. Der würde so „schrecklich“ ausfallen, dass sich niemand mehr der Errichtung einer Weltregierung widersetzen will.

Eine sicherere Erklärung dieser Interpretation der laufenden Ereignisse hätte die genauere Untersuchung der Entstehung der von Friedman angeführten Kriege zur Voraussetzung. Diese wird bis heute durch Pseudoerklärungen wie die „naive Dummheit“ (Kaiser Wilhelms II und der „Schlafwandler“) beziehungsweise die „Kriminalität“ (des Buhmannes „Hitler“, dem Vorbild für Erklärungsmuster späterer Angriffskriege (z.B. Saddam Hussein, Gaddafi, Assad etc.) eher vertuscht als erklärt. Eine ähnliche Vertuschung erlebten wir bei anderen Schlüsselereignissen unserer Zeit, z.B. bei der Kennedy Ermordung, dem Anschlag von 9/11, „Charlie Hebdo“ und anderen.

Von einer Beendigung des Kalten Kriegs kann trotz des Zusammenbruchs der Sowjetunion keine Rede mehr sein. Der heutige Spannungszustand und das damit verbundene wieder einsetzende Wettrüsten zwischen Russland und dem Westen birgt weit größere Gefahren als die dafür angegebenen akuten Streitfragen (Halbinsel Krim, Ostukraine, westliche Sanktionen, russische Gegensanktionen, westlicher Truppenaufmarsch an der Grenze Russland, Aufstellung von ABM-Systemen in Osteuropa, russische Mannöver in unmittelbarer Nähe westlicher Kriegsgeräte wie Düsenjägern und Kriegsschiffen) es wert wären. Dieser Spannungszustand enthält vielerlei Möglichkeiten zu Missverständnissen, die nicht nur leicht eskalieren können oder sogar sollen und die gegenwärtig noch eskaliert werden, bis sie außer Kontrolle geraten.

Die rasant dichten Überflüge russischer Bomber über amerikanische Zerstörer in internationalen Gewässern der Ostsee und die amerikanische Raketenabwehr in Rumänien, die den USA offensichtlich die Erstschlagsmöglichkeit sichern soll, ist mit den Zusicherungen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem damaligen Verzicht auf eine NATO-Osterweiterung des Westens kaum vereinbar. Doch die Eskalation geht weiter. An vorderster Front steht hierbei die Weiterentwicklung der nuklearen und konventionellen hightech-Waffensysteme mit dem beide Seiten versuchen, das doppelte Pat der MAD-Doktrin (der wechselseitigen gesicherten Zerstörung) zu umgehen. Genau das betreiben zurzeit die Generalstäbe, ohne dass die Politik dem Irrwitz Einhalt gebietet und versucht, zum regulierten Gleichgewicht der 80er-Jahre zurückzukehren oder ein geordnetes Miteinander herzustellen. Stattdessen werden Vorwürfe erhoben, die an die kindische Auseinandersetzung zwischen Kanzler von Bülow und dem britischen Kolonialminister Joseph Chamberlain erinnern. Chamberlain hatte das Verhalten Preußischer Soldaten im deutsch-französischen Krieg 1870 mit der Taktik der „Verbrannten Erde“ Kitcheners im Burenkrieg verglichen, wofür von Bülow eine Entschuldigung verlangte, die Chamberlain entrüstet verweigerte. Dieser Pseudodisput diente 1902 dazu, den strategischen Umbruch der britischen Balance of Power Politik von einem angestrebten Bündnis mit Deutschland in eines mit dem bisher verfeindeten Frankreich einzuleiten und zu vertuschen.

Eine wichtige Rolle bei dem neuen Wettrüsten spielen „nukleare Gefechtsköpfen geringeren Formats“, die sich leichter, scheinbar kontrollierbarer aber bedrohlicher einsetzen lassen eine wichtige Rolle. William J. Perry, der US-Verteidigungsminister unter Clinton warnt, die neuen, kleineren und hochpräzisen Waffen, die die Obama-Administration plant, würden nur das Undenkbare denkbarer machen. „Man macht sie (Atomwaffen) leichter einsetzbar, obwohl es überhaupt kein glaubwürdiges Konzept gibt, die Eskalation zu beherrschen.“ Auf das Konzept der wechselseitig gesicherte Zerstörung – MAD, der 1970er 1980er Jahre – ist nach der Aufstellung der ABM-Syteme in Rumänien und anderswo und mit der Miniaturisierung der Nuklearwaffen kein Verlass mehr. Die Drohungen entwickeln inzwischen eine eigene, beängstigende Dynamik.

Die Nato will außerdem ihre Truppen in Polen und im Baltikum aufstocken (wozu auch Deutschland zur Kasse gebeten wird), um Stärke gegenüber Russland zu demonstrieren, verkündete Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg im Interview in Die Welt am 1. Mai und gleichlautend der US-Botschafter bei der NATO, Douglas Lute, in einem Interview. Sir Alexander Richard Shirreff, von 2011 bis 2014 „Supreme Allied Commander in Europe“, sagte in einem Interview mit dem Guardian vom 18.5., es mache ihn wütend, dass sich Großbritannien nicht dringlicher auf einen Krieg gegen Russland vorbereite. Denn Russland sei der gefährlichste Gegner des Westens, daher müsse der Westen dringend handeln. Vom Interviewer auf den Umstand hingewiesen, dass sich Russland von der NATO nach all den Neuerungen (insbesondere dem ABM-System in Rumänien, Polen, Tschechei etc.) umzingelt fühle, erwiderte der General verärgert, Russland habe „kein Recht“, sich umzingelt zu fühlen. (Er sagte nicht, es habe keinen Grund oder Anlass dazu) Das bedeutet doch: Wenn Russland kein Recht hat, sich umzingelt zu fühlen, darf es auch keine Verteidigungsmaßnahmen ergreifen. Tut es dies doch, darf der Westen dies als nicht hinnehmbare Provokation deuten, die schlussendlich sogar einen Präventivkrieg gegen Russland rechtfertigen könnte.

Es wird höheren Orts auch gemunkelt, die NATO werde sich erweitern. Montenegro und bald danach Georgien sollen aufgenommen werden. Außerdem droht beim Ministertreffen der NATO Anfang Juli, dass die NATO-Russland-Vereinbarung vom 27. Mai 1997 aufgehoben wird. Darin war vereinbart worden, dass die neuen Mitgliedsländer „keine Absicht, keinen Plan und keinen Grund“ hätten „Atomwaffen auf ihrem Gebiet aufzustellen“.

Berlin gibt sich seinen Bürgern gegenüber gemäßigt, zündelt aber kräftig mit: Zum Beispiel baut es neuerdings die Zusammenarbeit mit den Medschlis, einer umstrittenen kleineren Fraktion der Krimtataren aus, und das trotz deren Verwicklung in Gewaltaktionen. Ihr Vorsitzender, Refat Tschubarow, besuchte kürzlich wieder das Auswärtigen Amt „zu politischen Gesprächen“. Tschubarow hatte im September 2015 angekündigt, den Handels der Ukraine mit der Krim blockieren zu wollen und im Oktober triumphierend die schädlichen Auswirkungen der Blockade für die Bevölkerung der Krim, die Verknappung und entsprechende Preiserhöhungen bei Grundnahrungsmitteln gepriesen (etwa als Strafe dafür, dass sie mehrheitlich für den Anschluss an Russland gestimmt hatten). Auch die terroristische Sprengung von Strommasten durch Aktivisten der Medschlis, die die Krim vorübergehend von der Stromversorgung abgeschnitten hat, hält das deutsche Außenministerium nicht auf Distanz zu ihnen.

Die Beziehungen zu Tschubarow und zu seinem Vorgänger, Mustafa Dschemiljew, waren seit 2010 wieder intensiviert wurden, um nach dem Regierungswechsel in Kiew antirussische Kreise in der Ukraine zu stärken. Die Kooperation mit Medschlis-Milieu erfolgt in Abstimmung mit den USA, der Türkei Erdoğans und anderen NATO-Staaten. Unterstützt die deutsche Regierung etwa die Vorbereitung von gewalttätigen Protesten, wie sie ab Frühjahr 2013 schließlich zum Putsch in der Ukraine geführt haben. Die in Russland verbotene Medschlis vertritt eine prowestliche Strömung unter den Krimtataren gegen die eher prorussische Mehrheit der Krimtartaren, die deren Politik entschieden ablehnt. In Berlin tut man so, als vertrete Medschlis alle Krimtartaren. Repräsentaten von Medschlis kündigten nun für den Herbst die Eröffnung offizieller Vertretungsbüros in Brüssel und Washington an. Soll Tschubarow mit seiner Medschlis etwa seinen Beitrag zur „nationalen Dekomposition Russlands“, welche die NATO-Strategie offiziell fordert, leisten?

Im Blick auf Berlin fällt einem nur noch das Gedicht „Entwicklung“ von Eugen Roth ein.

Ein Mensch, der beste Mensch der Welt,
Wird eines Tages angestellt
Und muss – er tut’s zuerst nicht gern –
Laut bellen nun für seinen Herrn.
Bald wird er, wie es ihm geheißen,
Die Zähne zeigen, ja, gar beißen.
Er wird sein Amt – im Bild gesprochen –
Wild fletschend, wie der Hund den Knochen,
Den einer ihm missgönnt, verteidigen –
Ein schiefer Blick kann ihn beleidigen.
Dann wird er milder: Zahn um Zahn
Wird stumpf und fängt zu wackeln an –
Bis schließlich er, als Pensionist,
Fast wieder Mensch geworden ist.

Von letzterem kann allerdings im senil gewordenen Deutschland noch keine Rede sein.

 

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