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Der Spatz im Gebälk

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Wie man sich (gedankenlos) bettet, so liegt man

12. Juni 2010 von admin

Grüße aus Schilda

Weshalb sollen ausgerechnet die sozial Schwachen in Deutschland sparen? In den nächsten vier Jahren werden ihnen für Politikerschulden 30,3 Mrd. Euro abgepresst. Dagegen hat die Bundesregierung für säumige Polit-Schuldenmacher in Europa 150 Mrd. € bereitgelegt. Zur Sanierung der 10 deutschen Banken, die sich mit Ramsch-Anleihen verspekuliert hatten, gab es einen „Rettungsfonds“ von derzeit 172,5 Mrd. € als „Stabilisierungsmaßnahme“. Was wird damit „stabilisiert“, wenn nicht das Spekulieren mit fragwürdigen Wertpapieren, oder der weitere Geldabfluss aus der güterproduzierenden Wirtschaft auf die „Finanzmärkte“. Geringverdiener und sozial Schwache brauchen ihr Geld für den Erwerb nötiger Versorgungsgüter, die mit hohen Politiker-Einkommen und darüber brauchen es vor allem, um auf den Finanzmärkten zu spielen – und das gilt in Berlin als förderwürdige Stabilisierung!

Allerdings sind die „Sozial Schwachen“, jedenfalls ihre „Vertreter“ an dieser Entwicklung auch selbst schuld, das betrifft nicht nur die Abschaffung der noch vorhandenen bescheidenen Schutzgesetze gegen Spekulation und sogenannte Heuschrecken unter der Rot-Grünen Koalition, und deren mit Serbien gefällten Präzedenzfall für Auslandeinsätze der Bundeswehr, sondern vor allem für ihre Maschinenstürmerei bei der Energieerzeugung. Strom mit Verbrennungs- oder Kernenergie herzustellen, kostet zwischen 2,5 und 4 Cent pro Kilowattstunde. Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) erzwingt Kosten für Strom aus Photovoltaik für 43 Cent pro kw/h, das 15-fache des herkömmlichen aber zuverlässigen Stroms auf. Bei Wind ist es „nur“ das Dreifache. Man leistet sich überteuerten Strom, der ein Zufallsprodukt des Wetters ist und dann, wenn er zufällig anfällt, meistens wertlos ist, weil er gerade nicht gebraucht wird. Man subventioniert die gesundheits- und umwelt-bedenkliche Verschandelung der Landschaft durch 22.000 Windkraftwerke und ruiniert damit die Wettbewerbsfähigkeit der güterproduzierenden Wirtschaft. Durch Investitionen in EEG-Kraftwerke werden nur Kosten erzeugt aber kein konventionelles Kraftwerk eingespart. Denn um den unberechenbar auftretenden Strom nutzen zu können, müssen konventionelle Kraftwerke mit niedrigerem Wirkungsgrad arbeiten. Neben unsinnigen Direktinvestitionen werden weitere Zig-Milliarden in den Netzausbau und eine imaginäre “Speichertechnologie” erforderlich, die es bisher nicht gibt und mit einer vernünftigen Effizienz kaum je geben wird.

Für diesen ideologischen Unfug haben Endverbraucher allein im Jahre 2009 bereits 12 Milliarden Euro direkt aufbringen müssen, nicht gerechnet die Zusatzkosten für den Netzausbau und die Folgeverluste bei den konventionellen Kraftwerken, nicht die Arbeitsplatzverluste und Entwicklungseinsparungen infolge überhöhter Energiekosten. Der einzig erkennbare Sinn solcher „Investitionen“ ist, die Verbraucher zu schädigen, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu gefährden und Arbeitsplätze zu vernichten, kurz: den Lebensstandart zu senken. Gerechtfertigt wird dies durch eine verlogen geschürte irrationale Angst, derer die sich nicht informieren wollen, vor der wirtschaftlichen Nutzung der Kernenergie und der genauso erlogenen Angst vor einer Klimaerwärmung. Dabei diskutiert die Neue-Welt-Elite – zum Beispiel die „Bilderberger auf ihrem jüngsten Treffen in Sitges, Spanien – inzwischen: Die Globalen Abkühlung (bisher von den Medien verschwiegen!).

Ideologen oder Korrupte kann das nicht irre machen. Sie finden sogar angesichts einer „drohenden“ Verlängerung der Laufzeit von Kernkraftwerken Unterstützung vom Generalvikar des Bistums Hildesheim. Dieser hat am 9.6. vom Forschungsinstitut für Philosophie in Hannover die Propagandaschrift „Kirche, Kernenergie, Klimawandel“ (http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/198935/) schreiben lassen. Darin wird gepredigt: „Die weitere Nutzung der Kernenergie ist gemeinwohlschädlich und nicht zu verantworten“, denn „die Entscheidung über die weitere Nutzung der Kernenergie muss im Gesamtkontext des Klimawandels gesehen werden.“ Es gehe nicht nur um eine “möglichst CO2-armen Energieversorgung“. „Auf dem Prüfstand stehen der Lebensstil und die Zivilisationsformen der modernen Wachstumsgesellschaft“ (gemeint ist die von der Finanzwirtschaft geplante „Implosionsgesellschaft“). Angeblich seien „die Probleme der Endlagerung weder theoretisch noch praktisch gelöst“. Das ist nicht wahr und zeugt nur von der Weltfremdheit bezahlter „Philosophen“. Die Probleme sind gelöst, werden aber verhindert, weil man „Lebensstil und Zivilisationsformen“ im Sinne von „Not lehrt beten“ verändern will. Not lehrt aber auch „Sozialismus“ und das Zuschlagen, wenn bei Ohnmacht und Wut der Betrug auffliegt. Aber „Kernenergie stellt, da sie die Energiewende behindert, keine Lösung des Klimaproblems dar“ weiß Dr. Eike Bohlken von der Philosophieforschung. Was für eine Energiewende ist gemeint? Die Abschaffung einer für die Industrie verlässlichen Energieversorgung zugunsten einer aus Urlaubsphantasien erträumten.

Ähnlich, nur zum Schein ausgewogener, argumentieren diejenigen, die sich von den Bröseln vom Tisch der Hochfinanz ernähren. „Die Städte und ihre Unternehmen verstehen sich seit langem als Motoren des Klimaschutzes. Gerade in den vergangenen Jahren haben sie verstärkt wieder in eigene, umweltfreundliche Anlagen (Windräder!) zur Energieerzeugung investiert und wollen dies auch weiter tun. Eine isolierte Entscheidung über die Laufzeitverlängerung ohne Einbettung in ein Gesamtkonzept würde jedoch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für solche (unproduktiven) Anlagen verschlechtern und damit ein zusätzliches kommunales Engagement für umweltfreundliche Energieerzeugung gefährden´, sagte die Präsidentin des Deutschen Städtetages, die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU). „Die Stadtwerke investieren derzeit 6,5 Mrd. € für den Bau solcher Kraftwerkskapazitäten. Dazu kommen mittelfristig noch einmal geplante 5000 Megawatt mit einem Volumen von weiteren 6 Mrd. €. „ Wir haben große Sorge, dass dieser zweistellige Milliardenbetrag durch die derzeit diskutierte Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke infrage gestellt wird´, sagte der Präsident des Verband kommunaler Unternehmen, Stephan Weil. Doch wie viel Wert wird durch das „Infragestellen“ der Kernkraftwerke vernichtet?

Das statistische Bundesamt Wiesbaden meldete, im 1. Quartal 2010 seien 8230 Unternehmensinsolvenzen angemeldet worden, 6,7% mehr als im 1. Quartal des Krisenjahres 2009. Insgesamt wurden 42.699 Insolvenzen registriert. Im März allein nahm die Zahl der Insolvenzen bei Unternehmen um 8,7% und bei Verbrauchern um 18,1% Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu – also: Tendenz steigend. Wen wundert es bei einer Wirtschaftspolitik, die eine Überschuldungskrise durch Neuverschuldung für unproduktive Verschwendungsinvestitionen bewältigen will. Dazu passt, dass Andreas Kuhlmann, langjähriger Büroleiter von Franz Müntefering, ab 01.06. den Geschäftsbereich Strategie und Politik, beim BV der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) übernimmt.

Dagegen: Russland wird ein Atomkraftwerk in Argentinien bauen, sagte der Chef der staatlichen russischen Atomholding Rosatom, Sergej Kirijenko, am 8.6. dem Fernsehsender Rossija 24. Ein entsprechendes Memorandum wurde bereits unterzeichnet. Am gleichen Tag wurde ein Abkommen über den Bau des Atomkraftwerks Akkuyu in der Türkei bei Mersin unterzeichnet und über Lizenzen und Aufsicht im Bereich der Atomsicherheit. Die ersten zwei Reaktoranlagen sollen in den nächsten sieben Jahren fertiggestellt werden. Insgesamt solle das Atomkraftwerk vier Reaktoren je 1,2 Gigawatt bekommen.

Japan plant, 14 Atomkraftwerke mit Leichtwasserreaktoren und einer Gesamtleistung von 63 bis 69 GW bis 2014, teilte Takuya Hattori, Präsident des japanischen Atomindustrieforums, am 8.6. anlässlich der Atomexpo-2010 in Moskau mit. „Wir beabsichtigen, die Effektivität der Leichtwasserreaktoren zu steigern, den Koeffizienten der Ausnutzung ihrer installierten Leistung, ihre Kapazität und Betriebsdauer zu erhöhen…Es ist ferner geplant, im Oktober 2010 einen Betrieb für die Verarbeitung von radioaktiven Abfällen seiner Bestimmung zu übergeben“, betonte er. Außerdem arbeite Japan an der Entwicklung von Reaktoren geringer und mittlerer Leistung für den Export. Diese Entwicklungen seien für Länder bestimmt, die keine Reaktoren großer Leistung benötigen.

„Die USA wollen wieder ihre Atomenergie ausbauen“. Der US-Atomenergie-Kommission liegen gegenwärtig 13 Anträge für den Bau von 24 Kernkraft-Blöcken vor. „70 Unternehmen erwägen den Bau von weiteren rund 30 neuen Kernkraftwerken.“, sagte der frühere US-Handelsminister Carlos Gutierrez ebenfalls am 8.6.

Russland will den Anteil der Kernenergie an seinem Energiebedarf konsequent steigern. Nach Aussage des russischen Energieminister Sergej Schmatko vom 8.6. will das Land die Energieleistung der russischen Kernkraftwerke 2030 gegenüber 2008 auf 50,5 Gigawatt verdoppeln. Vizeregierungschef Sergej Sobjanin äußerte die Absicht, mehr Atomkraftwerke im Ausland zu bauen. Gerade in der Atomenergie würden zur Zeit, laut Sobjanin, viele aussichtsreiche neue Technologien erarbeitet, unter anderem werde die Entwicklung des Schnellen Brüters (zur deutlichen Vermehrung der Kernbrennstoffe) wieder aufgenommen.

Zwischen Russland und den USA wird das „Abkommens 123″ verhandelt. Die USA sind besonders am russischen Know-how beim Schnellbrütern als der zur Zeit „aussichtsreichsten Technologie der Atomenergetik“ interessiert. In diesem Bereich hat Russland aufgrund der der bereits gebauten und der im Bau befindlichen Reaktoren im Atomkraftwerk Belojarskaja (Ural) und ihrer Schnellen Brüter in U-Booten ein großes Potenzial. Auch wird die Zusammenarbeit bei der Bestrahlung von Thorium und Uran zur Umwandlung in Kernbrennstoffe angestrebt.

Zweitens öffnet das Abkommen russischen Firmen den US Markt für Kernbrennstoffe in den USA. Zur Zeit wird die Hälfte der US-Atomkraftwerke mit Brennstoffen aus russischem Waffen-Uran betrieben. Russland will aber lieber Brennelemente besonders das leistungsfähigere TWS-Quadrat statt Uran liefern. Für die Vermarktung in den USA fanden die Russen nun die Unterstützung der amerikanischen Firma Dominion Nuclear, berichtete die Zeitung „Wsgljad” am 8.6. Schließlich will Russland abgebrannte Kernbrennstoffe zurücknehmen, weil es darin nicht „Atomabfälle“ sieht, gegen die uninformierte oder bezahlte Umweltschützer wettern, sondern wertvolle radiochemische Rohstoffe.

Doch woher stammt bei alledem die Zukunftsängstlichkeit gerade in Deutschland? Kommt sie vielleicht daher, dass das Bildungsbürgertum heute wie das Kleinbürgertum in den 1930er Jahren nun um seine privilegiertere Stellung fürchtet und sich daher gegen technologische Entwicklungen sträubt, weil diese mit der Anhebung der Produktivkräfte auch die Herrschaftsverhältnisse ändern würde. Jedenfalls hat es das manipulationserfahrene Bildungsbürgertum verstanden, die arbeitende Bevölkerung – und nicht nur die – vor ihren ideologischen Wagen zu spannen. – Und der fährt schnurstraks nach Schilda? Es lache, wer noch kann!

Wer sich informieren will fordere “Ehrlich streiten über Kernenergie” an unter boettigerdrh@web.de

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